Flossen weg von Denkmälern unter Wasser!

Wir betauchen einen wenig bekannten Teil unseres Baggersees. Plötzlich sehen wir Holzteile aus dem Grund aufragen. Ein alter Baum? Ein altes Boot? Was nun? In so eine Situation können Sporttaucher schnell geraten. Schiffsreste, Anker aber auch kleinere Funde bilden das reiche historische Unterwassererbe in unseren Flüssen, Seen und Küstenregionen.

Diese Funde bilden eine besonders aussagekräftige Geschichtsquelle, die von allen Sporttauchern erkannt, geschützt und gepflegt werden sollte. Der Spezialkurs „Denkmalgerechtes Tauchen“ ist damit ein Einstieg in die Welt der Unterwasserarchäologie.

In diesem Jahr führte erstmals der DUC Duisburg den VDST-Spezialkurs Denkmalgerechtes Tauchen durch, der nach der Ausschreibung schnell ausgebucht war. Geleitet wurde der Kurs von Thomas Kremers. Wir begannen am 29.06.13 im Binnenschifffahrtsmuseum in Duisburg-Ruhrort und wechselten dann am 29.06.13 für die beiden Tauchgänge nach Xanten. Wieder bewährt hat sich die Durchführung des Theorieteils im Museum. Wir wurden dort wie immer sehr freundlich aufgenommen und konnten unter hervorragenden räumlichen und technischen Bedingungen den Theorieteil des Spezialkurses mit Informationen zur „Quellenkunde“, „Konservierung“ und „Recht und Ethos“ durchführen.

Außerdem bot Thomas eine kurze Führung durch das Museum mit unterwasserarchäologischen Fragestellungen an: So konnten wir reale Ausgrabungsobjekte wie die römischen Anker oder den Einbaum von der Lippe betrachten. Diese unmittelbare Konfrontation mit antiken Gegenständen machte sehr viel deutlicher als alle Theorie, wie wichtig es ist, Taucher für einen vorsichtigen Umgang mit Denkmälern unter Wasser zu sensibilisieren. Wer sieht, wie schnell man diese äußerst verletzlichen Zeugnisse vergangener Zeiten unwiederbringlich zerstören kann, begreift sofort: Flossen weg von Denkmälern unter Wasser! Wenn wir uns interessante Tauchobjekte erhalten wollen, müssen wir sehr pfleglich mit diesen historischen Quellen umgehen.

Am Sonntag schlossen sich die beiden Praxisteile in der Xantener Südsee an. Passend zum Namen zeigte sich sogar ab und zu die Sonne. Zunächst wurde ein Orientierungstauchgang zu einem versenkten neuzeitlichen Schiff durchgeführt. Bei diesem Tauchgang sollten die Teilnehmer gut tariert denkmalgerecht an dem Wrack tauchen und die Umgebung des Wracks erkunden. Beim zweiten Tauchgang wurden Notizen zur Lage, Tiefe des Wracks und eine grobe Skizze des Wracks angefertigt. Nach den Tauchgängen wurden Daten wie die Ergebnisse der Kreuzpeilung ausgetauscht und miteinander verglichen. Diese Angaben wären im Falle eines Fundes eine wichtige Grundlage für eine gute Fundmeldung. Schon beim Theorieteil war deutlich geworden, wie wichtig eine gute Fundmeldung für zukünftige archäologische Forschungen ist, die allerdings nicht von Sporttauchern durchgeführt werden dürfen. Also auch: Pfoten weg von Denkmälern unter Wasser!

Die sehr aufgeschlossene und offene Gruppe setzte sich sowohl aus Vereinsmitgliedern als auch anderen Tauchern zusammen. Die Atmosphäre im Kurs war sehr gut und wir hatten viel Spaß. Am Ende waren die meisten Teilnehmer so begeistert, dass sie gerne auch den Folgekurs besuchen wollen. Dies ist ein guter Grund demnächst auch mal wieder den Spezialkurs „Denkmalschutz und Archäologie unter Wasser“ anzubieten.

Thomas Kremers

Was läuft sonst?

Weitere Termine und eine Übersicht finden Sie im Veranstaltungskalender:

Kalender

 

Termine

22.08.2017 18.00 Uhr
After Work Tauchen
23.08.2017 18.00 Uhr
Training Hallenbad Töppersee
25.08.2017 17.00 Uhr
Training Rhein-Ruhr-Bad Hamborn
26.08.2017 8.00 Uhr
UWR Tunier Duisburger Spinne
26.08.2017 12.30 Uhr
Training Kombibad Homberg